
Wasserstoff 3.0 – Technische Anwendungen
Brennstoff, Schutzgas, allgemeine Industrie
H₂ als sauberer Energieträger für Fahrzeuge und stationäre Anwendungen
Blankglühen, Sintern, Hochdruckgasabschreckung von Edelstählen
Reduktionsmittel, Hydrierung, Synthesegas
Trägergas Gaschromatographie, FID-Brenngas
Fetthärtung, Margarineherstellung (E949)
Floatglas-Schutzatmosphäre, Halbleiterfertigung
| Eigenschaft | Wasserstoff 3.0 | Wasserstoff 5.0 | Wasserstoff 6.0 |
|---|---|---|---|
| Reinheit | 99,9 % | 99,999 % | 99,9999 % |
| Einsatz | Technische Anwendungen, Hydrierung, Metallurgie | Brennstoffzelle, Gaschromatographie, FID-Brenngas | Halbleiterfertigung, Spitzenforschung |
| Verfahren | Blankglühen, Sintern, Reduktionsprozesse | PEM-Brennstoffzelle, Analytik nach ISO 14687 | Reinraumprozesse, Forschung & Entwicklung |
| Preis-Niveau | € | €€ | €€€ |
| Norm / Klassifikation | DIN EN ISO 14687 | ISO 14687 Grade D | ISO 14687 Grade E |
Für die meisten technischen Anwendungen reicht Wasserstoff 3.0 völlig aus – etwa als Brenngas, in Hydrieranlagen oder als Reduktionsmittel in der Metallurgie. Wasserstoff 5.0 ist die richtige Wahl für Brennstoffzellen-Tests, als Trägergas in der Gaschromatographie sowie als FID-Brenngas in der Analytik – hier können selbst kleinste Verunreinigungen Messergebnisse verfälschen. Wasserstoff 6.0 kommt nur in der Halbleiterfertigung und Spitzenforschung zum Einsatz, wo höchste Reinheit prozessentscheidend ist. Unsicher bei der Wahl? Wir empfehlen die passende Reinheit kostenlos.






Monatliche Flaschenmiete + Füllung. Vorteil: keine Investition, regelmäßiger Tausch, Druckbehälterprüfung nach BetrSichV inklusive. Ideal bei regelmäßigem Verbrauch und für die Sicherheit kritischer Wasserstoff-Anwendungen.
Einmalige Investition, danach nur Füllkosten. Vorteil: keine laufenden Mietkosten. Nachteil: TÜV-Prüfungspflichten (alle 10 Jahre) und Wartung liegen bei Ihnen.
Mittelweg mit einmaliger Pfandgebühr, aber Anbieterbindung beim Nachfüllen. Bei Wasserstoff besonders relevant: nicht jeder Lieferant befüllt Fremdflaschen.
Wasserstoff (H₂) ist eines der vielseitigsten Industriegase und kommt in zahlreichen Branchen zum Einsatz. Klassische Anwendungen sind die Metallverarbeitung (Blankglühen und Sintern von Edelstählen, Hochdruckgasabschreckung nach dem Unterdruckaufkohlen), die chemische Industrie als Reduktionsmittel und für Hydrierprozesse, die Lebensmittelindustrie zur Fetthärtung (E949) sowie die Glasindustrie als Schutzatmosphäre bei der Floatglas-Herstellung. Hinzu kommen Anwendungen in Labor und Analytik (Trägergas in der Gaschromatographie, FID-Brenngas), in der Halbleiterfertigung sowie als sauberer Energieträger für Brennstoffzellen in Fahrzeugen und stationären Anwendungen. Für jede Anwendung gibt es passende Reinheitsgrade.
Die Zahlenangabe steht für den Reinheitsgrad: Wasserstoff 3.0 hat 99,9 % Reinheit, Wasserstoff 5.0 hat 99,999 %, Wasserstoff 6.0 sogar 99,9999 %. Wasserstoff 3.0 ist der Standard für technische Anwendungen wie Hydrierprozesse, als Brenngas oder als Reduktionsmittel in der Metallurgie. Wasserstoff 5.0 ist Pflicht für Brennstoffzellen-Tests, Gaschromatographie als Trägergas und FID-Brenngas in der Analytik – kleinste Verunreinigungen würden hier Messergebnisse verfälschen. Wasserstoff 6.0 kommt ausschließlich in der Halbleiterfertigung und Spitzenforschung zum Einsatz, wo selbst ppb-Verunreinigungen Prozesse stören. Für 70 % aller industriellen Anwendungen reicht Wasserstoff 3.0 völlig aus.
Die Farben des Wasserstoffs kennzeichnen das Herstellungsverfahren, nicht das Gas selbst – chemisch ist H₂ immer identisch. Grauer Wasserstoff entsteht durch Dampfreformierung aus Erdgas mit CO₂-Emissionen und macht heute den Großteil des Industrie-Wasserstoffs aus. Blauer Wasserstoff wird ebenfalls aus Erdgas erzeugt, das CO₂ aber abgeschieden und gespeichert (CCS-Verfahren). Grüner Wasserstoff wird per Elektrolyse aus Wasser mit Strom aus erneuerbaren Energien gewonnen und ist CO₂-neutral. Daneben gibt es türkisen (Methanpyrolyse), pinken (Atomstrom-Elektrolyse) und gelben Wasserstoff (Strommix). Für die meisten technischen Anwendungen ist die Herkunft irrelevant, für ESG-Berichte, geförderte Projekte oder Nachhaltigkeitsstrategien fragen Sie uns gezielt nach grünem Wasserstoff – wir liefern auf Wunsch mit Herkunftsnachweis.
Der Wasserstoff-Verbrauch hängt stark von der Anwendung ab. In der Gaschromatographie liegen typische Werte bei nur 30–50 ml/min, eine 10-Liter-Flasche reicht hier mehrere Wochen. Beim Blankglühen von Edelstahl in Schutzgasöfen rechnet man mit 1–5 m³/h je nach Ofengröße, eine 50-Liter-Flasche reicht also für 2–10 Stunden Betrieb. In PEM-Brennstoffzellen liegt der Verbrauch bei ca. 0,6 m³/h pro kW elektrischer Leistung. Industrielle Hydrieranlagen verbrauchen je nach Prozess von wenigen m³/h bis mehreren hundert m³/h – hier kommen Bündel, Trailer oder eigene Erzeugung zum Einsatz.
Die Reichweite einer Wasserstoffflasche ergibt sich aus Flascheninhalt × Fülldruck. Eine volle 50-Liter-Wasserstoffflasche bei 200 bar enthält rund 10.700 Liter Gas. Bei 1 m³/h Verbrauch (z. B. kleine Hydrieranlage) reicht sie ca. 10 Stunden, beim Blankglühen mit 3 m³/h rund 3,5 Stunden. Eine 20-Liter-Flasche enthält ca. 4.000 Liter, eine 10-Liter-Flasche rund 2.100 Liter – bei niedrigem GC-Verbrauch reicht das mehrere Wochen. Bei kontinuierlichem Hochverbrauch ist der Wechsel auf Bündel (ca. 128 m³) oder einen Trailer mit mehreren Tonnen Inhalt wirtschaftlich sinnvoll. Den Restdruck lesen Sie am Manometer ab und berechnen die Restmenge mit „Volumen × Bar”.
Wasserstoff ist hochentzündlich und hat mit 4–77 Vol.-% in Luft den weitesten Explosionsbereich aller Gase – das macht den sicheren Umgang besonders wichtig. Wasserstoffflaschen (rote Schulter nach DIN EN 1089-3) müssen stehend, gegen Umfallen gesichert und in gut belüfteten Räumen gelagert werden – idealerweise im Freien oder in dafür ausgewiesenen Gasflaschenschränken. Mindestabstand zu sauerstoffhaltigen Gasen, Brandlasten und Zündquellen ist Pflicht. Direkte Sonneneinstrahlung und Temperaturen über 50 °C sind zu vermeiden. Beim Transport gilt Gefahrgutklasse 2.1 (entzündliches Gas) – strengere Vorgaben als bei Argon (2.2). Schutzkappe und Ventilschutz sind Pflicht, im Fahrzeug muss die Flasche stehend und gesichert mitgeführt werden, ADR-Vorschriften sind zwingend. Bei Lieferung durch uns übernehmen wir die ADR-konforme Auslieferung komplett – Sie müssen sich um nichts kümmern.
Für PEM-Brennstoffzellen (die häufigste Bauart in Fahrzeugen und stationären Anwendungen) ist Wasserstoff in Brennstoffzellen-Qualität nach ISO 14687 Grade D Pflicht – das entspricht mindestens Wasserstoff 5.0 mit strengen Grenzwerten für Kohlenmonoxid (< 0,2 ppm), Schwefel (< 0,004 ppm) und Ammoniak. Schon kleinste Verunreinigungen vergiften die Platin-Katalysatoren der Brennstoffzelle und reduzieren deren Lebensdauer drastisch. Für alkalische Brennstoffzellen (AFC) und reine Brennstoffzellen-Forschung reicht ebenfalls Wasserstoff 5.0. Für Tankstellenbetrieb und kommerzielle Mobilitätsanwendungen liefern wir Wasserstoff mit entsprechendem Reinheitszertifikat und Chargennachweis. Bei Brennstoffzellen-Tests gilt: niemals an der Wasserstoff-Reinheit sparen – die Katalysatorkosten übersteigen die Gaskosten um ein Vielfaches.
Die Wahl des Bezugsmodells hängt von Verbrauch und Anwendung ab. Wasserstoff-Eigentumsflaschen kaufen lohnt sich bei seltenem oder unregelmäßigem Bedarf: einmalige Investition, danach nur Füllkosten – TÜV-Prüfungspflichten alle 10 Jahre und Wartung tragen Sie selbst. Mietflaschen sind bei regelmäßigem Wasserstoff-Verbrauch wirtschaftlicher: keine Anschaffungskosten, regelmäßiger Tausch, Druckbehälterprüfung nach BetrSichV inklusive. Pfandflaschen sind ein Mittelweg, binden Sie aber an einen Anbieter bei der Nachfüllung – bei Wasserstoff besonders wichtig, weil nicht jeder Lieferant Fremdflaschen befüllt. Faustregel: Bei weniger als zwei Flaschen pro Quartal ist Kauf günstiger, ab regelmäßigem Tausch lohnt Miete. Bei Hochverbrauch ab ca. 1.500 m³/Monat wird Bündel- oder Trailerversorgung wirtschaftlicher als Einzelflaschen.
Wir liefern Wasserstoff innerhalb von 48 Stunden in Deutschland, Österreich und den Niederlanden – ohne Mindestbestellmengen für unsere B2B-Kunden. Termingebundene Anlieferungen an Forschungseinrichtungen, Produktionsstandorte oder Tankstellen koordinieren wir auf Anfrage. Bei wiederkehrendem Bedarf bieten wir festen Liefer- und Tauschrhythmus per Rahmenvertrag an: Sie müssen nicht aktiv bestellen, wir liefern automatisch. Für Großverbraucher mit Bündel- oder Trailerbedarf stimmen wir Lieferintervalle individuell ab. Standardbestellungen erfolgen per E-Mail oder telefonisch – ein konkretes Angebot inklusive Lieferzusage und Reinheitszertifikat erhalten Sie innerhalb von 24 Stunden.
Ja, ein Lieferantenwechsel bei Wasserstoff ist möglich, erfordert aber etwas Vorbereitung. Wenn Sie aktuell Eigentumsflaschen nutzen, können wir Ihre Flaschen nach Prüfung neu befüllen, sobald Ihr bestehender Vertrag endet – wichtig ist die einwandfreie technische Dokumentation. Bei Pfand- oder Mietflaschen geben Sie diese an Ihren bisherigen Lieferanten zurück und erhalten von uns neue. Bei kritischen Anwendungen (Brennstoffzellen, GC, Halbleiter) achten wir besonders auf lückenlose Chargen- und Reinheitsdokumentation beim Übergang. Prüfen Sie die Kündigungsfristen in Ihrem aktuellen Vertrag, häufig liegen sie bei 3–6 Monaten zum Vertragsende. Wir erstellen Ihnen ein transparentes Vergleichsangebot und erinnern Sie auf Wunsch automatisch 90 Tage vor Ihrem Vertragsende.
Der Wasserstoff-Preis hängt von Reinheitsgrad, Flaschengröße, Bezugsmodell und Abnahmemenge ab. Orientierungswerte für 2026: Eine Wasserstoff 3.0 Füllung in einer 10-Liter-Flasche liegt bei 60–140 Euro, eine 20-Liter-Füllung bei 90–200 Euro, eine 50-Liter-Füllung bei 140–320 Euro. Wasserstoff 5.0 liegt etwa 40–80 % höher, Wasserstoff 6.0 ist nochmals deutlich teurer. Grüner Wasserstoff mit Herkunftsnachweis kostet aktuell rund 50–100 % Aufpreis gegenüber grauem Wasserstoff, der Aufschlag sinkt aber kontinuierlich. Eigentumsflaschen kosten zusätzlich einmalig 220–400 Euro je nach Größe – Wasserstoffflaschen sind aufgrund höherer Materialanforderungen teurer als Argon- oder Sauerstoffflaschen. Für Großabnehmer mit Bündel- oder Trailerbedarf gelten individuelle Konditionen. Ein konkretes Angebot erhalten Sie binnen 24 Stunden.