
Stickstoff 4.6 – Industrielle Standardanwendungen
Laserschneiden, Schutzgas, Inertisierung
Oxidfreie Schnitte Edelstahl & Aluminium
MAP-Schutzatmosphäre, längere Haltbarkeit
Inertisierung, Explosionsschutz
Reflow-Löten, Halbleiterprozesse
Flüssigstickstoff –196 °C
Trägergas GC, Spülgas
| Eigenschaft | Stickstoff 4.6 | Stickstoff 5.0 | Stickstoff 6.0 |
|---|---|---|---|
| Reinheit | 99,996 % | 99,999 % | 99,9999 % |
| Einsatz | Laserschneiden, Inertisierung, Schweißen, MAP-Verpackung | Elektronik-Löten, Pharma, Gaschromatographie, Reflow-Prozesse | Halbleiterfertigung, Spitzenforschung, Reinraumprozesse |
| Verfahren | CNC-Faserlaser, Inertgas-Anwendungen, Lebensmittelverpackung | SMD-Löten, Pharma-Abfüllung, GC-Analytik | Wafer-Spülung, Halbleiter-Prozessgas, Ultra-Reinraum |
| Preis-Niveau | € | €€ | €€€ |
| Norm / Klassifikation | DIN EN ISO 14175 | ISO 14175 / Ph. Eur. | ISO 14644 (Reinraum) |
Für die meisten industriellen Anwendungen reicht Stickstoff 4.6 völlig aus – etwa beim Laserschneiden von Edelstahl und Aluminium, als Schutzgas beim Schweißen, zur Inertisierung in der Chemie oder für MAP-Verpackungen in der Lebensmittelindustrie. Stickstoff 5.0 ist die richtige Wahl für Elektronik-Löten, Pharma-Verpackung und Gaschromatographie als Trägergas – hier können selbst kleinste Verunreinigungen Prozesse oder Messergebnisse verfälschen. Stickstoff 6.0 kommt nur in der Halbleiterfertigung und Spitzenforschung zum Einsatz, wo höchste Reinheit prozessentscheidend ist.






Monatliche Flaschenmiete + Füllung. Vorteil: keine Investition, regelmäßiger Tausch, Druckbehälterprüfung nach BetrSichV inklusive. Ideal bei regelmäßigem Verbrauch und für die Sicherheit kritischer Stickstoff-Anwendungen.
Einmalige Investition, danach nur Füllkosten. Vorteil: keine laufenden Mietkosten. Nachteil: TÜV-Prüfungspflichten (alle 10 Jahre) und Wartung liegen bei Ihnen.
Mittelweg mit einmaliger Pfandgebühr, aber Anbieterbindung beim Nachfüllen.
Stickstoff (N₂) ist eines der am häufigsten eingesetzten Industriegase und kommt in nahezu allen Branchen zum Einsatz. Klassische Anwendungen sind das Laserschneiden von Edelstahl, Aluminium und Buntmetallen (oxidfreie Schnittkanten dank inerter Atmosphäre), die Inertisierung in der Chemie und Pharma (Verdrängung von Sauerstoff zur Vermeidung von Oxidation und Explosionen) sowie die MAP-Verpackung in der Lebensmittelindustrie (Verlängerung der Haltbarkeit durch Schutzgasatmosphäre). Hinzu kommen Anwendungen in der Elektronikfertigung (Löten unter Schutzgas, Halbleiterprozesse), in der Metallurgie (Wärmebehandlung, Sintern), als Trägergas in der Gaschromatographie sowie als Kältemittel in Form von Flüssigstickstoff (Schockfrosten, Materialprüfung, Kryokonservierung).
Die Zahlenangabe steht für den Reinheitsgrad: Stickstoff 4.6 hat 99,996 % Reinheit, Stickstoff 5.0 hat 99,999 %, Stickstoff 6.0 sogar 99,9999 %. Stickstoff 4.6 ist der Standard für technische Anwendungen wie Laserschneiden, Inertisierung, Schweißen und allgemeine Industrieprozesse – damit werden ca. 75 % aller Flaschen-Anwendungen abgedeckt. Stickstoff 5.0 ist Pflicht für Elektronik-Löten, Pharma-Verpackung und Gaschromatographie als Trägergas – Verunreinigungen würden hier Mikrochips, Medikamente oder Messergebnisse beeinträchtigen. Stickstoff 6.0 kommt ausschließlich in der Halbleiterfertigung und Spitzenforschung zum Einsatz, wo selbst ppb-Verunreinigungen Prozesse stören.
Beim Laserschneiden mit Stickstoff dient das Gas als Schneidgas und Schutzgas zugleich. Im Gegensatz zum Brennschneiden mit Sauerstoff (das eine exotherme Oxidation auslöst) erzeugt Stickstoff eine inerte Atmosphäre an der Schnittstelle – das verhindert Oxidation und sorgt für blanke, oxidfreie Schnittkanten ohne Nachbearbeitung. Besonders wichtig beim Schneiden von Edelstahl, Aluminium, verzinktem Stahl und Buntmetallen. Typische Reinheit: Stickstoff 4.6 bis 5.0. Der Druck beim Laserschneiden ist hoch (15–25 bar), der Verbrauch entsprechend groß: bei einer 4-kW-Faserlaseranlage rechnet man mit 30–50 m³/h Stickstoffverbrauch. Daher lohnt sich für regelmäßige Laserschneidbetriebe meist ein Flüssigstickstoff-Tank statt Flaschenbündel.
Der Stickstoff-Verbrauch hängt stark von der Anwendung ab. Beim Laserschneiden liegen typische Verbräuche je nach Materialdicke und Laserleistung bei 20–60 m³/h, bei einer Inertisierungsanlage in der Chemie bei 1–10 m³/h, in der MAP-Lebensmittelverpackung bei 0,5–5 m³/h, beim Elektronik-Löten unter Schutzgas bei 2–8 m³/h. In der Gaschromatographie sind die Verbräuche minimal – ca. 30–60 ml/min, eine 10-Liter-Flasche reicht hier mehrere Wochen. Beim Schockgefrieren mit Flüssigstickstoff wird in kg/h gerechnet: typisch 50–500 kg/h je nach Anlagengröße.
Die Reichweite einer Stickstoffflasche ergibt sich aus Flascheninhalt × Fülldruck. Eine volle 50-Liter-Stickstoffflasche bei 200 bar enthält rund 10.700 Liter Gas. Beim Laserschneiden mit 30 m³/h reicht sie nur etwa 20 Minuten – daher arbeiten Laserschneidereien fast immer mit Bündeln oder LIN-Tanks. Bei Inertisierung mit 2 m³/h reicht eine 50-L-Flasche rund 5 Stunden, bei GC-Trägergas mit 60 ml/min mehrere Wochen. Eine 20-Liter-Flasche enthält ca. 4.000 Liter, eine 10-Liter-Flasche rund 2.100 Liter. Den Restdruck lesen Sie am Manometer ab und berechnen die Restmenge mit „Volumen × Bar”.
Wir liefern Stickstoff in allen industrieüblichen Gebinden: Druckgasflaschen in 5, 10, 20 und 50 Litern, 12er-Flaschenbündel mit ca. 128 m³ Gasinhalt und Sammelleitung sowie Flüssigstickstoff (LIN) per Tankwagen für Großverbraucher. Für Betriebe mit hohem Dauerbedarf installieren wir einen Kaltvergaser-Tank mit Verdampfer (3.000 – 60.000 Liter Tankvolumen), der eine kontinuierliche, unterbrechungsfreie Versorgung sicherstellt. Welche Lieferform für Sie wirtschaftlich ist, hängt vom Tages- und Monatsverbrauch ab: Bis ca. 500 m³/Monat sind Flaschenbündel ideal, darüber lohnt sich ein LIN-Tank.
Flüssigstickstoff (LIN) ist Stickstoff in tiefkaltem flüssigem Aggregatzustand bei –196 °C. Er entsteht durch Luftverflüssigung in der Luftzerlegung und wird in vakuumisolierten Tanks gelagert. Anwendungen sind vielfältig: Schockfrosten von Lebensmitteln (Beeren, Fleisch, Backwaren), Kryokonservierung in der Medizin (Zellen, Gewebe, Sperma, Eizellen), Materialschrumpfung in der Metallverarbeitung (Press- und Fügeverfahren), Schweißnaht-Härtetests in der Werkstoffprüfung, Kühlen von Reaktoren in der Chemie sowie Bereitstellung von gasförmigem Stickstoff über Verdampfer für Großverbraucher. Beim Umgang mit Flüssigstickstoff sind Kälteschutzhandschuhe und Sicherheitsbrille Pflicht – Hautkontakt führt zu sofortigen Erfrierungen.
Stickstoffflaschen (schwarze Schulter nach DIN EN 1089-3) müssen stehend, gegen Umfallen gesichert und in gut belüfteten Räumen gelagert werden. Stickstoff ist zwar nicht brennbar, nicht giftig und nicht reaktiv, kann aber in geschlossenen Räumen den Sauerstoff verdrängen und zur Erstickungsgefahr führen – daher sind Lagerräume zwingend zu belüften, idealerweise mit Sauerstoff-Warnmelder. Beim Transport gilt Gefahrgutklasse 2.2 (nicht entzündlich, nicht giftig) – gleiche Klasse wie Argon und Sauerstoff. Schutzkappe und Ventilschutz sind Pflicht, die Flasche muss stehend und gesichert mitgeführt werden. Bei Flüssigstickstoff kommen besondere Anforderungen hinzu: Dewar-Gefäße oder Tanks mit Vakuumisolation, niemals in luftdicht verschlossenen Räumen lagern (Verdampfung führt zu Drucksteigerung), Kälteschutzausrüstung beim Umfüllen tragen.
Stickstoff-Eigentumsflaschen kaufen lohnt sich bei seltenem oder unregelmäßigem Bedarf: einmalige Investition, danach nur Füllkosten – TÜV-Prüfungspflichten alle 10 Jahre und Wartung tragen Sie selbst. Mietflaschen sind bei regelmäßigem Stickstoff-Verbrauch wirtschaftlicher: keine Anschaffungskosten, regelmäßiger Tausch, Druckbehälterprüfung nach BetrSichV inklusive. Pfandflaschen sind ein Mittelweg, binden Sie aber an einen Anbieter bei der Nachfüllung. Faustregel: Bei weniger als zwei Flaschen pro Quartal ist Kauf günstiger, ab regelmäßigem Tausch lohnt Miete. Bei Hochverbrauch ab ca. 500 m³/Monat wird Bündel- oder Tankversorgung wirtschaftlicher als Einzelflaschen.
Wir liefern Stickstoff innerhalb von 48 Stunden in Deutschland, Österreich und den Niederlanden – ohne Mindestbestellmengen für unsere B2B-Kunden. Termingebundene Anlieferungen an Laserschneidereien, Lebensmittelbetriebe oder Produktionsstandorte koordinieren wir auf Anfrage. Bei wiederkehrendem Bedarf bieten wir festen Liefer- und Tauschrhythmus per Rahmenvertrag an: Sie müssen nicht aktiv bestellen, wir liefern automatisch. Für Großverbraucher mit Bündel- oder Tankbedarf stimmen wir Lieferintervalle individuell ab. Standardbestellungen erfolgen per E-Mail oder telefonisch – ein konkretes Angebot inklusive Lieferzusage und Reinheitszertifikat erhalten Sie innerhalb von 24 Stunden.
Ja, ein Lieferantenwechsel bei Stickstoff ist unkompliziert. Wenn Sie aktuell Eigentumsflaschen nutzen, können wir Ihre Flaschen nach Prüfung neu befüllen, sobald Ihr bestehender Vertrag endet. Bei Pfand- oder Mietflaschen geben Sie diese an Ihren bisherigen Lieferanten zurück und erhalten von uns neue. Bei kritischen Anwendungen (Elektronik, Pharma, Halbleiter) achten wir besonders auf lückenlose Chargen- und Reinheitsdokumentation beim Übergang. Prüfen Sie die Kündigungsfristen in Ihrem aktuellen Vertrag, häufig liegen sie bei 3–6 Monaten zum Vertragsende. Wir erstellen Ihnen ein transparentes Vergleichsangebot und erinnern Sie auf Wunsch automatisch 90 Tage vor Ihrem Vertragsende.
Der Stickstoff-Preis hängt von Reinheitsgrad, Flaschengröße, Bezugsmodell und Abnahmemenge ab. Orientierungswerte für 2026: Eine Stickstoff 4.6 Füllung in einer 10-Liter-Flasche liegt bei 20–50 Euro, eine 20-Liter-Füllung bei 30–70 Euro, eine 50-Liter-Füllung bei 45–110 Euro. Stickstoff 5.0 liegt etwa 25–50 % höher, Stickstoff 6.0 ist nochmals deutlich teurer. Flüssigstickstoff (LIN) ist im m³-Preis deutlich günstiger als Flaschengas, erfordert aber Tank und Verdampfer. Eigentumsflaschen kosten zusätzlich einmalig 180–320 Euro je nach Größe. Für Großabnehmer und Filialisten gelten individuelle Konditionen mit Mengenrabatten und Rahmenverträgen.